Sicherheitsklassen

Tresore werden von unterschiedlichen Institutionen klassifiziert. Die wichtigsten sind der VDMA und der VDS.

Die Sicherheitsstufen nach VDMA

(Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. VDMA Fachgemeinschaft Geldschränke und Tresoranlagen) 

Die Produktionsstätten der Mitgliedsbetriebe müssen nach DIN EN ISO 9001 bzw. 9002 zertifiziert sein. Dadurch ist gleichbleibende Qualität gewährleistet. Nach eingehender Prüfung der Tresore erfolgt eine Klassifizierung nach folgender Tabelle. Das entsprechende Prüfsiegel finden Sie an der Innenseite Ihres Tresors.

VDMA-Stufe Beschreibung Einstufung geschäftlich Einstufung privat
A leichter Einbruchschutz, kein Schutz gegen Brände bis 2500,- € bis 2500,- €
B begrenzter Einbruchschutz, Schutz gegen leichte Brände bis 2500,- €  
bis 10.000,- € bei 300 kg Gewicht
bis 2500,- €  
bis 37.500,- € bei 200 kg Gewicht
C 2 F definierter Einbruchschutz, begrenzter Schutz gegen Brände bis 50.000 € bis 100.000 €
D10 definierter Einbruchschutz, begrenzter Schutz gegen Brände bis 100.000 € bis 200.000 €

Die Versicherungseinstufungen sind unverbindliche Richtwerte der Schadensversicherer.

VDS-Klassen und Versicherungseinstufungen für den Einbruchsschutz nach den Normen des VDS e.V. und des ECB•S

Tresore nach VDS-Norm werden einer strengen Prüfung unterzogen und nach dem Widerstand, den sie bei einem Einbruchversuch leisten eingeteilt. Sie erhalten danach ein Prüfsiegel, das Sie an der Türinnenseite finden. Um einen höheren Versicherungsschutz bei VDS-geprüften Schränken in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie im privaten Bereich bei einem Gewicht unter 200 kg (geschäftlich unter 300 kg) verankert werden. Ob im Boden oder in der Rückwand sollten Sie bei Ihrem Kauf bitte unbedingt bedenken. Beachten Sie, dass in Mietwohnungen in der Regel keine Bohrungen in den Fußboden gestattet sind. Denn es besteht die Gefahr, daß Leitungen angebohrt werden.

Seit Januar 2002 wird vom European Certification Board - Security Systems (ECB•S), dem neuen Zertifizierungsorgan der Forschungs- und Prüfgemeinschaft
Geldschränke und Tresoranlagen (FuP) e.V. als Zertifizierungsstelle nach EN 45011 ein ECB•S - Produktzertifikat vergeben.
Grundlage für die ECB•S - Zertifizierung ist eine Typprüfung nach einer Europäischen Norm für Produkte des Geldschrank- und Tresorbaus zum
Schutze gegen Einbruchdiebstahl und Brände sowie für Hochsicherheitsschlösser.
Mit der ECB•S-Zertifizierung wird die Übereinstimmung der Produkte mit den Europäischen Normen bestätigt.

Grad nach
EN 1143-1/RAL-RG 627
Widerstandseinheiten Einstufung geschäftlich Einstufung geschäftlich mit EMA Einstufung privat Einstufung privat mit EMA
0(N)   bis 10.000 € bis 20.000 € bis 40.000 € bis 80.000 €
Klasse I
30/50 bis 20.000 € bis 40.000 € bis 65.000 € bis 130.000 €
Klasse II
50/80 bis 50.000 €  
bis 100.000 € bis 100.000 €  
bis 200.000 €
Klasse III 80/120 bis 100.000 € bis 200.000 € bis 200.000 € bis 400.000 €
Klasse IV
120/180 bis 150.000 € bis 300.000 € bis 400.000 € bis 800.000 €
Kasse IV KB

bis 250.000 € bis 500.000 € in Absprache mit dem Versicherer  
Klasse V 180/270 bis 250.000 € bis 500.000 € in Absprache mit dem Versicherer  
Klasse V KB   bis 375.000 € bis 750.000 € in Absprache mit dem Versicherer  

Die Versicherungseinstufungen sind unverbindliche Richtwerte der Schadensversicherer.

Die Widerstandseinheiten sind jeweils für den Teil/Vollzugriff angegeben.

Die angegeben Summen beziehen sich auf den Gesamtwert der im Tresor befindlichen Wertgegenstände. Die ordnungsgemäße Anmeldung des Tresors bei Ihrer Versicherung ist unbedingt notwendig. Auch hier sind wir selbstverständlich gerne behilflich.

Feuerschutz nach den Normen des VDS e.V. und des ECB•S

Die Tresore werden in einem speziellen Verfahren von der amtlichen Materialprüfanstalt für das Bauwesen des IBMB der TU Braunschweig auf ihre Feuertauglichkeit
geprüft. Dabei kommt ein speziell hergerichteter Brand-Prüfraum zum Einsatz, in dem die Tresore (Diskettentresore und Dokumententresore) einer Feuerprüfung in
Kombination mit einer Sturzprüfung unterzogen werden. Dazu kommt noch die Feuerwiderstandsprüfung.
Folgende Tests werden zur Erstellung der standardisierten Abkühlungskurve für die Feuerwiderstandsprüfung (120 Minuten) vorgenommen.
Die Beflammung erfolgt entweder 60 Minuten für S 60 Tresore oder 120 Minuten für S 120 Tresore .Danach bleiben Tresore der Klasse P noch mindestens eine Stunde
und Tresore der Klasse D noch mindestens 12 Stunden im abkühlenden Brandraum. Bei der gesamten Prüfung darf die Temperatur im Tresor den kritischen Wert nicht
überschreiten.
Bei der Feuerstoßprüfung soll der Tresor einer plötzlichen Hitze ausgesetzt werden. dazu wird der Brandraum auf 1090 °C erhitzt, bevor der Safe eingeführt wird. 15
Minuten später wird die Brandraumtemperatur erneut auf 1090 °C erhöht und für Klasse S 60 Tresore 22,5 Minuten und für S 120 Tresore 45 Minuten gehalten. Bei der
anschliessenden Sturzprüfung wird der Probetresor aus 9,15 m auf eine Aufschlagfläche herabgestürzt und danach wieder in den 840 °C heißen Brandraum eingeführt.
Dieser Temperatur müssen nun S 60 Tresore wiederum 22,5 Minuten und S 120 Tresore 45 Minuten standhalten.
Einstufung von feuersicheren Tresoren:
„P“ = Geschützt sind hitzeempfindliche Papiere und Akten bis zu 170 °C Temperatur im Inneren des Tresors.
„DIS“ = Geschützt sind hitze- und feuchtigkeitsempfindliche Datenträger, z. B. Disketten, CD, Streamer-Tapes, bis zu 50 °C Temperatur im Inneren des Tresors.

Feuerschutz Grad
nach EN 1047-1
 
Temperaturerhöhung
(maximal) ausgehend von einer
Raumtemperatur von 20 Grad Celsius
 relative Luftfeuchtigkeit
(maximal)
60 min  120 min

S 60 P
S 120 P
150 °C 85 %
S 60 D
S 120 D
50 °C 85 %
S 60 DIS
S 120 DIS
30 °C 85 %
E 60 P/DIS
E 120 P/DIS
30 °C 85 %